Salzburgs Kunst-Kühe

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Die Ausbrecher-Kuh

Der Kläger fuhr auf einer Bundesstraße mit seinem Motorrad an eine Kuh an, stürzte und wurde
verletzt. Die Kuh hatte sich vorher auf der Weide befunden und war auf die vorbeiführende Straße gelangt, weil sie aus dem die Weide umgebenden Bretterzaun das obere Brett herausgetreten hatte. Dem Beklagten gelang der erforderliche Entlastungsbeweis: Der Zaun war mit einer Höhe von 85 bis 90 cm ortsüblich und befand sich in ordnungsgemäßem Zustand. Überdies wurde festgestellt, dass Großvieh normalerweise derartige Zäune nicht zu übersteigen versucht, insbesondere war nicht hervorgekommen, dass der Bekl aus irgendwelchen (früheren) Vorkommnissen hätte entnehmen können, dass die ortsübliche Einfriedung nicht genüge, um die auf der Weide befindlichen Tiere - speziell die gegenständliche Kuh - zu hindern, die Weide zu verlassen. Dass der OGH die tägliche Kontrolle des Zaunes in diesem Fall offenbar nicht für notwendig erachtete (in der E wird darauf nicht eingegangen), mag darin begründet sein, dass die Kühe nicht unbeaufsichtigt weideten. Der Hüter war zum Unfallszeitpunkt gerade damit beschäftigt, eine andere Kuh aus dem Stall auf die Weide zu treiben.
(EvBl 1962/369)

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